Onlineshopping

R. ist passionierte Hobbyfotografin. Von ihrem Können begeistert, hat Freundin M. sie als ihre Hochzeitsfotografin engagiert. Der grosse Tag soll auch fotografisch in bester Erinnerung bleiben, denkt R. Sie plant deshalb schon seit Wochen raffinierte künstlerische Inszenierungen, welche allerdings mit dem vorhandenen Kameramaterial kaum zu erreichen sind. Ein professioneller Apparat muss her. Auf der Suche nach der preisgünstigsten Kamera ihrer Wahl, wird die gewiefte Onlineshopperin beim Anbieter www.hochzeitscam.com fündig. Dem Superangebot kann sie nicht widerstehen. Der Shop wirkt zudem vertrauenserweckend, verfügt über ein seriöses Impressum und zahlreiche Kunden scheinen mit dem Service sehr zufrieden zu sein, wie den positive Bewertungen unter „Feedback“ entnommen werden kann. Wegen des vorteilhaften Preises nimmt R. gerne in Kauf, dass der Shop als Zahlungsvariante nur Vorauskasse anbietet. Misstrauisch wird sie erst nach langen Tagen des Wartens, da die bezahlte Ware immer noch nicht bei ihr eingetroffen ist. Ist A. Opfer eines gemeinen Betrugs geworden? Hätte sie sich mit einem Mindestmass an Vorsicht eventuell selber schützen können?

Ich berate Sie, wie Sie sich vor Fakeshops schützen können und empfehle Ihnen, ob sich eine Anzeige wegen Betrugs lohnt oder nicht.

Eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge.
Aus Israel

Nicht jeder Schaden infolge Täuschung ist ein Betrug im strafrechtlichen Sinne. Ein solcher liegt erst vor, wenn der Täter durch arglistige Täuschung und in Bereicherungsabsicht beim Opfer einen Irrtum hervorruft und dieser Irrtum das Opfer motiviert selber eine Vermögensverfügung vorzunehmen, wodurch es sich oder Dritte im Vermögen schädigt.
Arglistig handelt gem. Praxis des Bundesgerichts (BGE 119 IV 28), wer - falsche Angaben macht, deren Überprüfung nicht oder nur mit besonderer Mühe möglich ist; - ein ganzes Lügengebäude errichtet, das von besonderer Hinterhältigkeit zeugt, , dass sich auch das kritische Opfer täuschen lässt; - sich besonderer Machenschaften oder Kniffe bedient; - den Getäuschten von der möglichen Überprüfung abhält oder voraussieht, dass der Getäuschte die Überprüfung der Angaben aufgrund eines besonderen Vertrauensverhältnisses unterlassen werde.
Belogen aber nicht betrogen wurde, wer sich mit einem Mindestmass an Aufmerksamkeit selbst hätte schützen können.